Geschichten vom Loslassen

Ich stecke gerade selbst in einer sehr vetrackten Situation. Der Mensch, den ich sehr mag, in den ich würde ich mal sagen auch verliebt bin, ist in einer noch beschisseneren Situation. So braucht er Zeit für sich und seine Ruhe. Und ich kam (oder komme? Wer weiß das schon?!?!) nicht ganz zurecht.

Bis mir die letzte Zeit etwas klar geworden ist: ich kann nichts tun.

Sowas zu sagen, das fällt mir wahrlich schwer. Ich bin ein kleiner Kontrollfreak. Ich weiß gern alles und habe gerne alle Fäden in der Hand. Das funktioniert vielleicht bei einem Marionettenspieler recht gut, aber ganz offenbar nicht bei richtigen Menschen. Eigentlich schade. Aber vielleicht macht gerade das den Reiz des Lebens aus.

Was also machen als Kontrollfreak, der gerade nichts kontrollieren kann? Ich bin noch etwas ratlos, was ich mit meiner Zeit und meinen Gedanken anfangen soll. Wirklich.

Aber ihn muss ich wohl erstmal gehen lassen. Und ich habe keine Ahnung, ob er wohl nochmal zurückkommt. Weil, mal ehrlich: dafür hat sich gerade sein Leben so sehr verändert, dass wohl kein Mensch auf dieser Welt es ihm verdenken kann, wenn bei ihm jetzt alles anders ist.

Ich würde ihn gerne verstehen und mit ihm sprechen, aber wenn er nicht will, dass ihn andere verstehen, ist das hoffnungslos. Und ich meine, woher weiß ich, dass er sich selbst gerade überhaupt versteht? Eigentlich ja keiner.

Ihm helfen und unterstützen? Ich glaube er weiß gerade selbst nicht bei was.


So muss ich das so stehen lassen. Unsere Beziehung ist nicht eng genug dafür, als dass er mir im Moment einen Einblick in seine Gefühlswelt gestatten würde.


Aber wer sagt mir, dass er das nicht eines Tages doch tun würde? Stehen wir nicht alle jeden verdammten Tag auf und wissen nicht, ob sich etwas ändern könnte?


Klar, wir sind alle unseres eigenen Glückes Schmied, aber manchmal sind wir ein bisschen auf das Schicksal angewiesen. So kann sich vielleicht morgen schon vieles ändern.


Diese Ungewissheit mag vielleicht quälend sein, aber was hilft die ganze Grüblerei? Nichts. Nur aktiv sein im eigenen Leben hilft. Es kann nicht schaden ab und an wen wissen zu lassen, dass man an ihn denkt, aber vielleicht sollte man seinem Gegenüber immer noch genug Spielraum lassen.

4.8.16 13:16

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen